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Kino - dafür werden Filme gemacht

Fluch der Karibik

27.08.2003 Residenz (Bückeburg)

Die amerikanische Hochzeit vom letzten Mittwoch hatte ich noch nicht ganz verdaut, schon ging's auf zur nächsten Sneak. Kurz vor Abfahrt hatten sich noch zwei Begleiter angesagt, so daß ich flugs Karten orderte und die altbekannten Stühle unterhalb des Projektors ergattern konnte. Wie schon erwähnt eigentlich ganz bequeme Sitzmöbel - vor allen Dingen nervt kein anderer Gast vor einem, egal wie groß der sein mag :-)

Zum Inhalt ...

Als in einem sehr merkwürdigen Nebel die kleine Elizabeth Swann vom Schiff ihres Vaters aus einen leblosen Körper auf ein paar Planken im Meer treiben sieht, ahnt sie noch nicht, was das für ihr zukünftiges Leben bedeutet. Will Turner ist der Junge, welcher als einziger den Überfall von Piraten auf ein Handelsschiff überlebt hat. 8 Jahre später ist aus Elizabeth (Keira Knightley) eine junge, vornehme Frau geworden, die von Ihrem vater, dem Gouvernour einer kleinen Karibikinsel auf's feinste verwöhnt wird. Will (Orlando Bloom) wurde vom örtlichen Schmied aufgenommen und hat sich zu einem hervorragenden Waffenschmied gemausert.

Elizabeth hat allerdings Will damals nicht nur das Leben gerettet, sondern auch ein kleines Amulett entwendet. Sie hielt es für das Abzeichen von Piraten - die wurden damals nunmal gehängt und dieses Schicksal wollte sie Will ersparen. Eines Tages holt sie diese Tat jedoch ein. Das Amulett ist Teil eines alten Piratenschatzes und die Bande hat Wind von dem Fund bekommen. Plötzlich liegen also wilde Horden vor Anker und greifen den Hafen an ...

Hmm ...

Wenn man die Trailer zu "Pirates of the Caribbean" sieht, könnte man auf den Gedanken kommen, es mit einem handfesten Grusel- und Actionfilm zu tun zu haben. Doch bereits nach wenigen Minuten war mir klar, dass zusätzlich eine gehörige Portion Humor im Streifen zu finden sein wird. Was soll man auch anderes aus dem Hause Disney erwarten? Von Regisseur Gore Verbinski jedenfalls kann auf jeden Fall ein bißchen Grusel kommen, immmerhin hat der uns dieses Jahr mit "The Ring" bereits im Kinosessel gefesselt.

In den über 2 1/2 Stunden, die der Film dauert, gelingt es den Machern eine überaus vergnügliche Mischung dieser Komponenten zu produzieren. Keine Minute, in der man gelangweilt auf die Uhr sieht, ständig ein Lächeln oder Grinsen im Gesicht und endlich mal ist nicht jede Wendung vorhersehbar oder so an den Haaren herbeigezogen, dass der ganze Film umgedreht wird. Hier wird einfach nur eine Geschichte geradeheraus erzählt, von hervorragenden Special-Effects unterstützt (und nicht überlagert) und von zündenden Gags ohne Peinlichkeiten garniert. Genau so stelle ich mir eine Action Komödie vor. Dass das Genre des Mantel- und Degenfilms zur Zeit nicht gerade das meiststrapazierte in Hollywood ist, hilft da sicherlich eine ganze Ecke weiter.

Ein Glücksgriff sind außerdem die Schauspieler, allen voran Johnny Depp! Sein Captain Jack Sparrow trägt den Film schon fast allein. Die exaltierte Art sich zu bewegen, die düstere und zugleich attraktive Aufmachung und der jungenhafte Charme machen einen perfekten "guten" Piraten aus ihm. Die Spielfreude bei seiner Darstellung ist offensichtlich. Fast auf dem gleichen Niveau kommt der junge Orlando Bloom ("Legolas") Umhang und Degen daher. Sein verliebter Will ist wirklich klasse. Aber auch Keira Knightley macht mehr als nur eine gute Figur. Bereits in "Bend it like Beckham" zeigte der Teenager, dass hinter der hübschen Fassade noch eine ganze Ecke mehr steckt.

Auch habe ich seit langem keinen Film mehr gesehen, bei dem ich noch auf dem Weg zum Auto vom Soundtrack geschwärmt habe. Das fällt während des Films gar nicht sonderlich auf, aber es passt einfach klasse und ist mitreißend! Und das ganz ohne den sonst so disneytypischen Singsang. Ich hatte was das angeht schon schlimme Befürchtungen.

Kleiner Wermutstropfen für die junge Familie, die meint ihre gerade eingeschulten Sprößlinge mit in den neuesten Disneyfilm nehmen zu können - und gleichzeitig ein Glück für die etwas "Reiferen" im Publikum: der Film ist wirklich nichts für unter 12jährige. Dazu wird in einigen Szenen schon recht deutlich vom Degen oder der Keule Gebrauch gemacht. Es ist kein Splatterfilm, das beileibe nicht, gerade richtig für diese Art von Film. Und hier auch ein Lob an die Produzenten, dass man nicht versucht hat durch Weichmacher oder Schnitte ein niedrigeres Rating durch zu boxen. Piraten machen nunmal kurzen Prozess! ;-)

Gibt's den gar nichts auszusetzen? Hm, nein, eigentlich nicht. "Fluch der Karibik" ist tatsächlich der beste Film, den ich bis jetzt in diesem Jahr gesehen habe. Und auch davor gabe es selten Filme die so gut das getan haben, was ein Kinofilm tun sollte: den Zuschauer unterhalten! 10 von 10, klasse, super ... ansehen!

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