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Kino - dafür werden Filme gemacht

Vertical Limit

"Residenz" Bückeburg (17.01.2001)

Nach langer Abstinenz besuchte ich *endlich* wieder die Sneak-Preview in Bückeburg. Krankheits- und arbeitsbedingt mußten einige Sneaks ausfallen und ich war schon richtig "ausgehungert" ... Ich hoffte auf "Teuflisch" oder "Vertical Limit" und mußte mir keine Sorgen machen, daß der Keanu Reeves Thriller "The Watcher" laufen würde. Netterweise hatte das Residenz dazu ein Doppelfeature mit "Matrix" im Programm, so daß ich mir beruhigt für die Sneak Karten reservieren konnte.

Nach einer kleinen Reihe von Trailern - allen voran natürlich der neue "Lord Of The Rings" Teaser, der ebenfalls einen Tag früher gezeigt wurde :-) - begann der Vorspann. Die dramatische Musik ließ nicht auf eine Komödie schließen ... und richtig, es sollte hoch hinaus gehen!

Zum Inhalt ...

Peter Garrett (Chris O'Donnel) hat seit einem traumatischen Erlebnis mit seiner Schwester und seinem Vater beim Freiklettern in einer senkrechten Felswand der Bergsteigerei den Rücken gekehrt. Er verdingt sich seinen Lebensunterhalt als Fotograf für National Geographics im Himalaya. Als sein Begleiter sich ein Bein bricht, sucht er in einem Basislager am Fuße des K2 nach einem neuen Begleiter.

Dort trifft er seine Schwester Annie (Robin Tunney), die den Milliardär Elliot Vaughn (Bill Paxton) auf den Gipfel des zweithöchsten Berges der Welt bringen soll. Nachdem die Expidition aufgebrochen ist, will auch Peter das Lager verlassen, als die Nachricht von einem plötzlichen Wetterumschwung am Gipfel alle aufschreckt. Der Funkkontakt zu Vaughn und Annie reißt ab und Peter stellt auf die schnelle eine Rettungsmannschaft zusammen ...

Hmm ...

Der Film beginnt mit einer aus den Anfangssequenzen von "M:I2" und "Cliffhanger" zusammengemischten Szene. Dabei wird die Coolness von "M:I2" nicht erreicht, "Cliffhanger" in Sachen Dramatik aber geschlagen. Und so geht's denn auch im Verlauf weiter. Martin Campbell, der mit "Zorro" und "Goldeneye" zuletzt recht erfolgreich in den Kinos war, hängt Chris O'Donnell, nach dessen Abenteuer als maskierter Batman-Freund, erneut an ein Seil und bedient sich dabei reichlich im Fundus von "Cliffhanger". Viele Sachen wirken wie 1 zu 1 übernommen.

Es gelingt dem Film aber (und ich habe die Cliffhanger LD letztlich erst im Player gehabt) eine ganz eigene Spannung aufzubauen und nicht als billiges Plagiat zu wirken. Fast von der ersten Minute an, geht er Film in die Vollen und läßt dem Zuschauer wenig Zeit zur Entspannung. Leider wirken dann die wenigen ruhigen Momente ein wenig kitschig, denn O'Donnel ist tatsächlich kein guter Schauspieler. Sein Bubigesicht paßte einfach nicht zum Geschehen. Da hat es Scott Glenn als einsiedlerischer Reinhold-Messner-Ersatz deutlich einfacher, beschränkt sich seine Rolle doch auf das gegerbte Aussehen und gelegentliche weise Sprüche. Nichtsdestotrotz gefiel mir gerade dieser Part ausgesprochen gut.

Deutlich einfacher hatten es da die weiblichen Teile der Darstellerriege. Ihre Rechtfertigung für den Film ist sicher ihre Optik gewesen. So haben Thomas und ich auch wohlwollend darüber hinweggesehen, daß so ein Persönchen wie Izabella Scorupco problemlos einarmig an einem Eispickel hängend mit dem anderen Arm einen Mann mit voller Bergsteigerausrüstung und Riesenrucksack zu einem Felsvorsprung pendeln kann. Das wird wohl gehen, wenn man nur gut genug aussieht ;-) Überhaupt nimmt es der Film - wie viele Filme dieser Art, Luis Trenker Schinken mal außen vor gelassen - mit der Physik nicht so genau ... oder ist zumindest nicht konsequent. Die verschiedenen Möglichkeiten, unter welchen Umständen Nitroglycerin explodiert sind schon sehr interessant und auch die Flugeigenschaften von Helicoptern ändern sich mit der vom Film geforderten Dramatik von Sekunde zu Sekunde.

Die Special-Effects sind sehr durchwachsen. Von wirklich nicht zu entdeckenden Montagen (womöglich waren es gar keine) bis zu Szenen, bei denen ich dachte, die Originalkulisse der allerersten Star-Trek Folgen wäre umlackiert worden, war alles vertreten. Gewaltige Achtung muß man vor den Stuntmen haben. Wie gesagt, einige Szenen sahen schon sehr echt aus und ich mit meiner Höhenangst habe manchmal ganz schön geschluckt.

Diese vielen Kritikpunkte können jedoch eins nicht ändern: "Vertical Limit" machte mir einen Heidenspaß. Er ist fast von der ersten bis zur letzten Minute durchgängig spannend, präsentiert nette Stunts und harte Action, hat teilweise wunderschöne Aufnahmen von steilen, zerklüfteten Bergmassiven und geizt nicht mit attraktiven ... äh ... Kletterern ;-) Man sollte sich nicht mit einer bierernsten Laune in den Kinosessel setzen, sondern ein Grinsegesicht auflegen und zurücklehnen. Die Belohnung dafür wird allerfeinstes Actionkino mit "Boah" Effekt sein.

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"Vertical Limit" bei www.more-magazin.de
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