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"Der Soldat James Ryan" (14.10.98 / Astoria I / Bielefeld)

Saving Private Ryan - Poster
Der Film läuft zwar schon seit einiger Zeit, leider bin ich jedoch nicht dazu gekommen etwas früher ins Kino zu gehen.

So kam ich also in den Genuß des Kinotages im Astoria und der ganze Film kostete mich an diesem Dienstag nur DM 10,--. Es bietet sich vielleicht doch an, mal unter der Woche den Lichtspielhäusern einen Besuch abzustatten.

Zum Inhalt ...

Private James Ryan (Matt Damon) ist einer der 4 Söhne einer ländlich lebenden Familie in den USA. Alle Brüder sind im zweiten Weltkrieg zum Dienst an der Waffe eingezogen worden. In einer Stabsabteilung des Militärs fällt einer Sekretärin, die den ganzen Tag Beileidsbekundungen an die Angehörigen gefallener Soldaten schreibt, ein mehr als unglücklicher Zufall auf: Drei der Ryan Brüder sind fast zeitgleich gefallen ... Tom Hanks

Die aufmerksame Dame informiert sofort ihren Vorgesetzten und es wird beschlossen James Ryan von der Front abzuziehen und nach Hause zu bringen. Zu diesem Zweck wird Captain John Miller (Tom Hanks) beauftragt eine kleine Truppe erfahrener Männer zusammenzustellen, um den per Fallschirm hinter den feindlichen Linien abgesetzten Ryan zu finden.

Hmm ...

Dies ist mal eine etwas kürzere Inhaltsangabe von mir, nicht weil sich schon mal Leute bei mir über etwas zu viel Spoilering beschwert haben, sondern weil die eigentliche Story des Films tatsächlich nicht mehr hergibt. Allerdings ist bei diesem Film die Handlung wirklich nur ein Rahmen, um Spielberg zu ermöglichen das zu zeigen, was es in "Saving Private Ryan" zu sehen geben soll: den Schrecken des Krieges. Über das Ergebnis kann man sicher geteilter Meinung sein.

Es beginnt mit einem alten Soldaten der sich, begleitet von seiner großen Familie, zu einem riesigen Soldatenfriedhof begibt und dort scheinbar ziellos, doch dann immer zielstrebiger werdend, auf ein bestimmtes Grab zugeht. Es folgt nun einer der abruptesten Übergänge, die ich kenne. Plötzlich findet sich der Zuschauer in einem Landungsboot vor der Küste Frankreichs wieder. Es ist D-Day, die Soldaten sind unsicher, verängstigt und fast panisch. Die Landungsboote öffnen ihre Stahltore und sofort beginnt die wohl erschütternste halbe Stunde, die je auf der Leinwand zu sehen war.

Omaha Beach - Landungsboot
Aus der Sicht eines imaginären Soldaten zeigt Steven Spielberg die Landung der amerikanischen Truppen an "Omaha Beach". Die Kamera wackelt und verzieht, wird von Gischt überspült und von Blutspritzern der gefallenen Soldaten getroffen. Gleichzeitig hört man die Umgebungsgeräusche "mit eigenen Ohren". Granatexplosionen machen die Soldaten fast taub und so hört man auch im Kino alles wie durch einen dicken Wattebausch.
Omaha Beach - Befestigungen
An dieser Stelle des Films hoffte ich, daß doch bitte bald alles schnell vorbei sein möge. Es ist fast schon zuviel, was hier auf einen einströmt. Ich denke, daß einige zartbesaitete Zuschauer durchaus bei dem Anblick der, mit einer nicht zu bemerkenden Tricktechnik erstellten, umherliegenden und fliegenden Gliedmaßen den Drang verspürten, das Kino zu verlassen.

Bis hierhin hat Spielberg wirklich ein Meisterwerk geschaffen. Soetwas wird es wahrscheinlich nicht ein zweites Mal in dieser Qualität und Intensität zu sehen geben. Ein mögliches Abdriften dieses Teils in die Regionen des Splatterfilms wird allein schon durch die "Nähe" des Films verhindert. Man ist quasi selbst dabei, wenn der Arzt den Verwundeten mit den bloßen Händen die Wunden zuhält. Sollte die Intention Spielbergs sein, die Sinnlosigkeit und Brutalität des Krieges zu zeigen, so ist ihm das wahrlich mit Bravour gelungen.