{"id":165,"date":"2001-06-30T11:16:25","date_gmt":"2001-06-30T09:16:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.filmfacts.de\/blog\/?p=165"},"modified":"2010-12-31T11:55:52","modified_gmt":"2010-12-31T09:55:52","slug":"haus-der-erlebnisse-ahlbeck-usedom","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.filmfacts.de\/blog\/2001\/06\/haus-der-erlebnisse-ahlbeck-usedom\/","title":{"rendered":"Haus der Erlebnisse (Ahlbeck \/ Usedom)"},"content":{"rendered":"<div style=\"float: right; text-align: left; margin: 10px; padding: 5px; border: 1px solid black; width: 200px;\">D\u00fcnenstra\u00dfe 37<br \/>\n17419 Seebad Ahlbeck<br \/>\n038378 &#8211; 24720<\/div>\n<p>Von au\u00dfen hat das Geb\u00e4ude den einladenden Charme einer verkommenen Schulturnhalle. Die Seitenfenster sind in einem freundlichen mattschwarz ohne die Zuhilfenahme von sch\u00fctzendem Kreppband mit dem Pinsel bemalt worden und an der Fassade wurde wahrscheinlich aus nostalgischen Gr\u00fcnden der Dreck und das lose Putzwerk der letzten 20 Jahre nicht entfernt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.filmfacts.de\/film\/kinos\/kino_ahlbeck_hde.jpg\" width=\"250\" border=\"0\" alt=\"\" title=\"\" style=\"float: right; margin: 7px;\"\/>Wie dem auch sei, der Kartenverkauf in dem mit Pappaufstellern und Postern aktuellerer Natur reichlich dekorierten Foyer wurde z\u00fcgig und zufriedenstellend abgewickelt. Auf eine Platzreservierung wird hier jovial verzichtet: &#8222;Sie d\u00fcrfen sich Ihren Platz sp\u00e4ter selbst aussuchen!&#8220;. Super, das freut mich doch. Bei soviel Freundlichkeit ist nat\u00fcrlich eine computerunterst\u00fctzte Kasse \u00fcberfl\u00fcssig und ich war dankbar f\u00fcr die handschriftliche Notiz der Anfangszeit des Films auf der R\u00fcckseite der Karte.<!--more--><\/p>\n<p>Als wir dann ungef\u00e4hr 20 Minuten vor Beginn der Vorstellung in den Saal gingen, strahlte ich zun\u00e4chst ob des unglaublich riesigen Flures mit den Blumenrabatten &#8211; bis mir klar wurde, da\u00df dies der Kinosaal war. Meine aufkeimende, panische Vermutung best\u00e4tigte sich recht schnell, als wir um die Blumenk\u00fcbel gingen und links tats\u00e4chlich eine dunkle Spiegelbar zu erblicken war: Ja, wir hatten uns im Saal geirrt und sind aus Versehen in die Discothek gegangen. Zwei Schritte sp\u00e4ter wurde das Schreckliche wahr, die Discothek war das Kino.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.filmfacts.de\/film\/kinos\/kinokarte_ahlbeck.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" title=\"\" style=\"float: right; margin: 7px;\"\/>Aus einer, aus der Entfernung bequem wirkenden, halbrunden Ledergarnitur mit passend abgewetztem Serviertisch guckten uns die beiden bisher anwesenden anderen Kinobesucher erwartungsvoll an. Sprachlos lie\u00df ich mich in das zweite, noch freie, halbrunde Leder zerren und versuchte den Kiefer wieder hochzuklappen, was mir aufgrund der edelst\u00e4hlernen Tanzfl\u00e4che direkt vor dem Sofa recht schwer fiel. Hinter der mit Anti-Stolperlichtern, die auch w\u00e4hrend der Vorstellung nichts von Ihrer Leuchtkraft einb\u00fc\u00dften, reich verzierten Tanzfl\u00e4che t\u00fcrmten sich zwei Boxenboliden auf, die an der Oberkante mit der B\u00fchne f\u00fcr die ortsans\u00e4ssigen Ravem\u00e4dchen abschlossen.<\/p>\n<p>Die Leinwand wurde von einem nicht n\u00e4her zu definierenden Vorhang, der in der gleichen Farbe gehalten war, wie die mit dem Pinsel bemalten Au\u00dfenfenster, verdeckt. Ja, auch hier lag ich richtig mit meiner Vermutung, da\u00df man die B\u00fchne und die Oberkante der Boxen sp\u00e4ter im Bild haben w\u00fcrde &#8211; aber wirklich nur ein ganz klein bi\u00dfchen! Ich probierte den Sitzkomfort der ebenfalls in dieser Discothek verbauten Kinobestuhlung aus, entschied mich aber doch f\u00fcr die Ledercouch in der ersten Reihe. Von noch weiter hinten, w\u00e4re mir das Bild zu klein geworden.<\/p>\n<p>Hey, und dann kam auch schon der Campari-O direkt an unseren Tisch &#8211; Super! Im D\u00e4mmerlicht vor der Vorstellung versuchte ich an der obligatorischen Spiegelkugel vorbei irgendwelche Surroundboxen an den Seitenw\u00e4nden zu entdecken &#8230; was mir nach ca. 15 Minuten auch gelang. Geh\u00f6rt habe ich sie w\u00e4hrend des Films nicht. Und das obwohl drau\u00dfen noch gro\u00df mit &#8222;Dolby Surround SR&#8220; geworben wurde. Wie gemein. \u00dcberhaupt war der Ton so ziemlich das Mieseste, was ich je in einem Kino geh\u00f6rt habe. Kein Wunder, eine Disco ist bewu\u00dft nicht sonderlich bed\u00e4mpft und ein Kino ist bewu\u00dft bed\u00e4mpft.<\/p>\n<p>Leider konnte man durch diese Hellh\u00f6rigkeit nicht nur den Ton von der Leinwand sch\u00f6n hallen h\u00f6ren, sondern auch die pubertierenden Kiddies &#8211; die mit den nachr\u00fcckenden Dorfschicksen schon vor Filmbeginn die Handynummern getauscht hatten &#8211; wie sie sich \u00fcber die erhaltenen SMS unterhielten. Wenigstens etwas ist wie zu Hause.<\/p>\n<p>Bleiben noch die Toiletten zu erw\u00e4hnen, die ich sp\u00e4ter auf Nachfrage im Keller fand. Netterweise hat mir der Kassierer auch gesagt, wo ich das Licht zu den Katakomben einschalten konnte, sonst h\u00e4tte ich wom\u00f6glich noch die dunkle Garderobe erwischt, der muffige Gestank war dort der gleiche wie auf dem Abort.<\/p>\n<p>Wahrhaftig ein &#8222;Haus der Erlebnisse&#8220;. Dicke Empfehlung und ein Must-See!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>D\u00fcnenstra\u00dfe 37 17419 Seebad Ahlbeck 038378 &#8211; 24720 Von au\u00dfen hat das Geb\u00e4ude den einladenden Charme einer verkommenen Schulturnhalle. 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