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Wild Things

Wild Things

gesehen: 08.06.1998 / Eastbourne [GB]

Da saßen wir nun in unserem kleinen Zimmer in Eastbourne. Eastbourne ist so ziemlich die langweiligste, tristeste Stadt in Südengland die man sich vorstellen kann. Was soll man da erst sagen, wenn es inseltypisch regnet? Ich hatte Alex versprochen mit in ein Musical zu gehen, also zogen wir los auf der Suche nach dem Stadttheater. Leider ;-) war die nächste Vorstellung erst am nächsten Tag - zu spät für uns. Auf dem Heimweg kamen wir am "Cinema" vorbei. Welche Freude! Da sowieso Kultur angesagt war, entschieden wir uns einen Film im englischen Original ohne die lästigen Untertitel anzusehen.

Wir konnten zwischen "Blues Brothers 2000", der ja einem Musical sehr nahe gekommen wäre, und "Wild Things", einem "sexy Thriller" auswählen. Für letzteren Film lösten wir schlußendlich die (für England) sehr günstigen Tickets zum Preis von je 3 Pfund. Beim Eintritt in den Filmsaal wurde mir aber schlagartig klar, warum es so billig war. Die Sitze zerschlissen, der Teppich abgewetzt soweit er überhaupt noch vorhanden war und die Surroundlautsprecher in der Größe einer Flasche Detmolder 0,3.

Da verwunderte es nicht so sehr, daß außer uns nur noch 4 andere Personen mit im Raum waren. Dieser Umstand war für meine Freundin sogar sehr gut, da ich mich nebenbei als Simultanübersetzer betätigen konnte, ohne daß wir dabei jemanden gestört hätten. Mich natürlich ausgenommen ;-). Zuerst wurden auch hier Werbespots für lokale Geschäfte und Institute gezeigt - qualitätsmäßig leider auf demselben Niveau wie die hiesigen. Danach kamen die Filmtrailer. Und hier entdeckte ich den einzigen Unterschied zu den Kinos hier: Es wurde vor jedem Trailer ziemlich groß die Altersfreigabe eingeblendet. Offensichtlich wird in Großbritannien sehr viel Wert darauf gelegt. "Wild Things" ist in GB ab 18 und vor uns an der Kasse wurden auch tatsächlich einige Österreichische Schulausflüger nicht eingelassen.

Zum Inhalt ...

Sam Lombardo (Matt Dillon) gibt unter anderem Segelstunden an einem Schicki-Micki-College in Florida. Zu seinem ansprechenden Äußeren gesellt sich auch noch ein sehr korrektes und symphatische Auftreten, so daß  sich der Junglehrer, trotzdem er eine Freundin aus der gehobenen Schicht der Stadt hat, nicht vor eindeutigen Angeboten seiner Schülerinnen retten kann. Diese blitzen jedoch regelmäßig bei ihm ab, da seine Alterklasse eben nicht mehr auf`s College geht. Besonders die aus einflußreichem Haus stammende Kelly van Ryan (Denise Richards) hat es auf Sam abgesehen.

Sam Lombardo (Matt Dillon) gibt unter anderem Segelstunden an einem Schicki-Micki-College in Florida. Zu seinem ansprechenden Äußeren gesellt sich auch noch ein sehr korrektes und symphatische Auftreten, so daß sich der Junglehrer, trotzdem er eine Freundin aus der gehobenen Schicht der Stadt hat, nicht vor eindeutigen Angeboten seiner Schülerinnen retten kann. Diese blitzen jedoch regelmäßig bei ihm ab, da seine Alterklasse eben nicht mehr auf`s College geht. Besonders die aus einflußreichem Haus stammende Kelly van Ryan (Denise Richards) hat es auf Sam abgesehen.

Sie überredet "Mr. Loombaaardo" dazu, sie zusammen mit ihrer Freundin sein Auto waschen zu lassen. Bei dieser Angelegenheit werden die beiden Teenies natürlich rein zufällig klitschnaß. Da es in Florida zumeist nicht besonders kalt ist, haben die beiden zu allem Überfluß nicht sonderlich viel Kleidung am Leib. Als das Auto nach einer Weile blitzt und blinkt, schickt Kelly ihre Freundin nach Hause um sich bei Sam ihre Bezahlung so wie sie sie sich gedacht hat, abzuholen. In ihrem Nixenoutfit sieht sich Sam auch versucht seine Schulden zu begleichen ...

Am nächsten Tag wird Sam vom Rektor der Schule beiseite genommen. "Vom Unterricht befreit!" so lautet die kurze Mitteilung. Man ist zwar nicht überzeugt davon, aber Kelly hat Sam bei der Polizei wegen Vergewaltigung angezeigt. Unter diesen Umständen ist an eine Weiterbeschäftigung natürlich nicht zu denken. Sam ist wie vor den Kopf geschlagen. Bei der Polizei ist man nach der Aussage Kellys im Zweifel über den Wahrheitsgehalt der Anschuldigung. Gerade die weiblichen Inspektoren halten Kelly für eine Lügnerin, die wegen nicht erhöhrtem Flehen ihrem Lehrer eins auswischen will.

Nur Detective Ray Duquette (Kevin Bacon) ist von der Schuld Sams überzeugt und beginnt zu ermitteln. Währenddessen bereitet sich Sam auf die bevorstehende Anhörung vor Gericht vor und sucht sich einen seinem Geldbeutel entsprechenden Anwalt. Diesen findet er in dem schmierigen Ken Bowden (Bill Murray). Auch Ray Duquette wird schließlich bei der, in einem verrufenenen Viertel wohnenden Suzie Toller (Neve Campbell) fündig. Sie gibt vor, ebenfalls von Sam belästigt worden zu sein. Die Handschellen schnappen zu ...

Hmm ...

Ich gebe aufrichtig zu, von den Dialogen nicht jeden Satz komplett verstanden zu haben und ich mußte mich auch nachher noch ziemlich mit dem Film beschäftigen, um einzelne Szenen richtig einordnen zu können. Wahrscheinlich wäre das in einer synchronisierten Fassung nicht so gewesen, trotzdem die Handlung gerade zum Schluß hin immer wieder eine andere völlig unvermutete Richtung geht. Niemals ist sich der Zuschauer sicher, daß das was die Charactere gerade tun wirklich auch so gemeint ist.

Der Film ist dabei nicht wirr sondern ziemlich spannend und flott erzählt. Langeweile kam zumindest bei mir nie auf. Kevin Bacon spielt den mißtrauischen und verschlossenen Cop ganz vernünftig und Matt Dillon ist ein guter unschuldig Verfolgter. Neve Campbell hat ein wenig zu- und das Image des Hübschchens aus "Scream 2" abgelegt. Natürlich ist sie immer noch ziemlich hübsch, aber auch ganz schön verdorben, und das glaubt man ihr auch. Lediglich am Ende wurde die Rolle ein wenig überzogen, was aber wohl nicht an Neve liegt, sondern an Regisseur John McNaughton, der es mit zunehmenden Fortschreiten des Films nicht verstanden hat, den ausufernden Wendungen ein angemessenes Ende zu bereiten. Denise Richards zeigt hier das, was in "Starship Troopers" alle von ihr sehen wollten ;-) und noch ein bißchen mehr. Wenn die kleine noch ein bißchen übt, könnte sie sich mit solchen und eventuell etwas anspruchsvolleren Filmen über Wasser halten.

Ein solider spannender Thriller mit schicken Darstellern und einer schwülen Stimmung, der am Ende leider ein klein wenig übertreibt.

PS.:
Ich glaube ich gucke mir den Film in der deutschen Synchronfassung noch einmal an, um zu sehen wieviel von Frau Richards dann noch zu sehen ist und wie oft Neve Campbell "Fuck" sagt. Außerdem gehe ich jetzt doch nicht mehr so gerne zum Zahnarzt!

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