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Vampires

gesehen: 09.06.1999 Astoria I (Bielefeld)

Wieder besuchte ich mit einer Preview Differenz (Im Mai war ich leider verhindert.) am zweiten Mittwoch im Monat das Astoria um mich von einer Sneak überraschen zu lassen. Den "Matrix"-Zahn habe ich mir leider mit Erhalt des Kinoprogramms per Mail ziehen lassen müssen. Für diesen langersehnten Streifen ist eine eigene Preview geplant.

Und da ich mir außer diesem Film nichts rechtes vorstellen konnte, ging ich ziemlich erwartungslos die Treppe hinauf zum Vorraum der vier Säle. Während ich das obligatorische Glas Sekt bestellte (bezahlt ist bezahlt ;-), wurde mir zusätzlich noch eine Movie-Card für die Sommerfilmwochen des Astoria überreicht. Na bitte, geht doch.

Zum Inhalt ...

Zusammen mit seiner rechten Hand Montoya (Daniel Baldwin) und einer Rotte mehr oder weniger vertrauenerweckender Individuen zieht Jack Crow (James Woods) umher, um Vampirnester auszuheben. Vampire verstecken sich meist in abgelegenen Gegenden in heruntergekommenen Farmen oder ähnlichen verlassenen Stätten. Und genau dort suchen Crows Mannen um die Vampire mit viel Routine und High-Tech Ausrüstung aus ihren dunklen Verstecken zu holen.

Beistand und nicht zuletzt die finanziellen Mittel erhalten sie hierbei von allerhöchster Stelle. Quasi vom direkten Gegenpol der dunklen Seite auf Erden: dem Vatikan. Bevor die Blutsauger per Harpune und Seilwinde ins grelle Sonnenlicht zum Verbrennen gezogen werden, segnet der zum Team gehörige Pater Ausrüstung und Jäger.

Nachdem ein ziemlich großes Nest ausgehoben wurde - ohne dabei das eigentlich immer anwesende Oberhaupt der Gruppe, den Meister, erledigt zu haben - wird eine Siegesfeier mit reichlich Wein, Weib und Gesang gefeiert und der Erfolg ordentlich begossen.

Doch gerade als Jack Crow seinen Gedanken an den fehlenden Meistervampir mit Katrina (Sheryl Lee) und einer neckischen Runde Bettakrobatik vertreiben will, steht der ziemlich schlecht gelaunte Obersauger Valek (Thomas Ian Griffith) in der Tür und zeigt der völlig unvorbereiteten Vampirjägertruppe, was er vom Meucheln seiner Untergebenen hält!

Hmm ...

James Woods ist schon ein cooler Hund. Ich habe in den letzten Jahren selten jemanden so eiskalt durch eine Sonnenbrille starren sehen, wie ihn beim Sturm des ersten Vampirnestes. Ähnlich "cool" gibt sich der ganze Film und bedient sich dabei einer Reihe von Versatzstücken, die auch Robert Rodriguez in seinem "From Dusk Till Dawn" bemühte. Eine leicht schräge Musik, stoische Gesichtsausdrücke und reichlich Gewalt.

So konnte man nach den ersten Takten Musik und ein paar gezeigten Szenen den oben angesprochen Filmtitel ein paar Mal im Saal raunen hören. Aber John Carpenter hat hier nicht einfach eine Kopie abgeliefert, sondern das Genre geplündert und eine (na gut, dünne) eigene Story genommen die er dann ohne viel Schnick-Schnack erzählt. Das ist mir zumindest allemal lieber, als ein überfrachteter und hirnrissiger Plot, wie er bei solcherart Filmen leider oft anzutreffen ist.

James Woods wird unterstützt von Daniel Baldwin (wieviel Baldwins gibt's eigentlich? ;-), der als Montoya eine gute Figur abgibt. Etwas unter geht Sheryl Lee, die nicht mehr als ein paar mal wirr in die Kamera gucken muß und ansonsten apathisch in den Armen Baldwins liegt.

Technisch ist der Film auf dem aktuellen Stand und überzeugt mit guten Tricks, die mich ein paar mal zum Zucken gebracht haben. Ein "ernster" Horrorfilm wie z.B. Carpenters eigener Klassiker "The Fog" ist Vampires auf jeden Fall nicht. Dazu nimmt sich das ganze viel zu oft auf die Schippe. Sollte das nicht so geplant sein ... naja. Wen interessiert das, wenn der Film auf die Weise funktioniert ;-)

Das einzige was mir an diesem Film ein wenig aufstieß, war die wirklich schlechte Maske des Meisters Valek. In Nahaufnahme sahen die aufgemalten Adern wirklich peinlich aus. Aber darum sollte man wirklich keinem davon abraten, sich diesen Spaß im Kino anzusehen. Vergeßt die blöden Mumien, guckt euch "Vampire" an.

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