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Kino - dafür werden Filme gemacht

"Revolver" bei
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Revolver

Verkaufsstart der DVD: 20.11.2008

Vor 10 Jahren machte ein junger Mann mit "Bube Dame König grAs" im Kino auf sich aufmerksam. Der Film war unkonventionell, witzig, spannend - gut. 2 Jahre drauf legte Guy Ritchie - denn um Madonnas Noch-Ehemann handelt es sich natürlich - einen drauf und präsentierte "Snatch", welcher in Deutschland die unsägliche Unterzeile 'Schweine und Diamanten' bekam. In dem Film boxte sich u.a. Brad Pitt als unglaublich nuschelnder Zigeuner durch eine rasante Geschichte um Betrüger, Gauner, Diamanten und ... Schweinen.

Von den folgenden 2 Filmen hörte man so ziemlich gar nichts und auch "Revolver" lief hier in Deutschland nicht im Kino. 3 Jahre nach Drehschluß wird er hierzulande dann auch endlich auf DVD veröffentlicht. Ob er im Kino besser aufgehoben gewesen wäre ... mal gucken!

Zum Inhalt ...

Jake (Jason Statham) kommt nach 7 Jahren aus dem Gefängnis frei. Jahre die er abgesessen hat, weil er einen ehemaligen Komplizen nicht hat auffliegen lassen. Auch Jahre, in denen er in seiner Zelle in Einzelhaft zwischen zwei anderen Einzelhäftlingen eingesperrt war und deren heimliche Kommunikation per geliehenen Büchern aus der Gefängnisbibliothek überwachte. Die beiden Mithäftlinge "unterhielten" sich über den perfekten Coup - und Jake lernte. Bis sie eines Tages unauffindbar verschwunden waren. Entflohen, ohne eine Spur zu hinterlassen.

Nachdem Jake wieder ungesiebte Luft atmen darf, macht er sich gleich daran, dem Schuldigen für seine Haft eine Lektion zu erteilen. Glücksspiel-Boß Macha (Ray Liotta) kann man am meisten treffen, indem man ihn in seinem eigenen Haus ausnimmt. Bei einem ersten Spiel erreicht Jake zumindest, dass Macha weiß mit wem er es zu tun hat. Kurz darauf kann sich Jake allerdings nur durch die Hilfe des zwielichtigen Duos Zach (Vincent Pastore) und Avi (André Benjamin 'Outkast') vor den Kugeln von Machas Schergen retten ... das Nest in das er gestochen hat, scheint etwas unübersichtlicher als erwartet.

Hmm ...

Wie schon geschrieben, macht Guy Ritchie im Moment deutlich mehr Schlagzeilen durch seine augenscheinlich kurz bevorstehende Scheidung von Pop-Ikone Madonna, als durch seine Filme. Ein Schelm wer Böses dabei denkt, dass ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt ein lange in der Schublade liegendes Werk seiner Veröffentlich auf DVD entgegen sieht. Wie dem auch sein, einer Sichtung sprach nach den beiden wirklich ausgezeichneten Vorgängern natürlich nichts im Wege.

Jascon Statham spielte bereits sowohl in "Bube, Dame, König, grAs" als auch in "Snatch" mit. Bekannter dürfte er allerdings mit seiner Rolle als prinzipientreuer "Transporter" geworden sein. In ungleich hektischerer Manier tobte er sich durch den Adrenalin-Thriller "Crank". Und natürlich erwartete ich das auch hier ... aber schon die Frisur überraschte. Kennt man den Actionstar ansonsten mit kurz geschorenem Schädel, zierte den Kopf nun eine eher lange Frisur mit schmierigen Stränen. Genauso unterschiedlich die Rolle, keine Hektik, sondern eher ratlose Bedächtigkeit.

Und es gelingt ihm ganz gut, das Fragezeichen hinter der Stirn Jakes auf die Leinwand zu bringen. Wer mit wem und warum zusammen arbeitet ist nicht nur für Jake schwer zu durchschauen. Auch als Konsument des Films habe ich den Faden nie so Recht greifen können. Zwar kann man nach und nach alle Protagonisten in eine Schublade packen, aber wer warum und wie gerade wen ausnimmt, kann ich immer noch nicht ganz korrekt wieder geben.

Gelang es Guy Ritchie bisher noch, eine eher einfache Geschichte stringent zu erzählen und mit aberwitzigen Einfällen zu inszenieren, so beschränkt er sich in "Revolver" auf die aberwitzigen Einfälle. Und verzettelt sich dabei.

Für sich gesehen ist jede einzelne Szene unglaublich gelungen. Die Bilder, die Farben, die Darsteller. Das passt Sequenz für Sequenz zusammen, wird aber nie zu einem kompletten Film. Comicelemente wechseln sich mit Realszenen in Sepiaoptik ab, wilde Kamerawinkel und Schnitte mit ruhigen Passagen - aber diese Elemente werden eingesetzt, ohne in dem Zusammenhang einen Sinn zu ergeben. Es wirkt als würde Ritchie auf die Frage "Warum hast Du das so gemacht?" mit "Weil's geht!" antworten. Der Wechsel in der Erzählweise hat mich anfangs irritiert und später genervt. Irgendwann hatte ich auch keine Lust mehr das gleiche Fragezeichen mit mir rumzutragen wie Jake und begann den Film nur noch mit einem Auge zu verfolgen. Und dann hat man auch bei besser erzählten Geschichten verloren.

Zum Schluß wusste ich jedenfalls nicht, was mir der Regisseur sagen wollte. Weder mit dem Film noch mit den ans Ende geschnittenen Aussagen von Psychologen zu Persönlichkeitsstörungen. Unausgegoren und überinszeniert. Um die Frage vom Anfang zu beantworten: Nein, der Film ist im Kino wirklich nicht nötig gewesen.

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