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Kino - dafür werden Filme gemacht

"Monsters vs. Aliens - 3D" bei
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Monsters vs. Aliens - 3D

gesehen: 03.04.2009 (UCI-Kinowelt)

Freitag, die Frau wollte sich ausruhen und ich hatte nichts vor. Hm, das Kino liegt 1 Kilometer entfernt: Filmabend! Seit einigen Wochen ist unser UCI-Kino mit einem digitalen Projektor für 3D-Vorführungen ausgestattet. Bisher lief noch nichts, was ich gerne sehen würde, aber am Donnerstag war Bundesstart für "Monsters vs. Aliens". Da hat mich der zweidimensionale Trailer schon gefallen ...

Zum Inhalt ...

Susan Murphy (Diana Amft) ist glücklich. Derek Dietl (Sebastian Höffner), der smarte Ansager des Wetterberichts eines lokalen Senders in Modesto, hat um ihre Hand angehalten. Ihre besten Freundinen helfen beim Herausputzen und ehe man sich versieht, sitzt die Hochzeitsgesellschaft bereits in der Kirche. Susan schnappt draußen noch einmal frische Luft, als sie ein Donnern vernimmt, zum Himmel schaut und ... nicht mehr schnell genug dem herabstürzenden Meteoriten ausweichen kann! Ziemlich derangiert wird sie schnell von ihrer Mutter auf Vordermann gebracht und zum Traualtar geführt. Doch als der Schleier gelüftet wird, entsetzt nicht durch das helle grüne Leuchte Susans die Gemeinde in Schrecken. Auch dass sie plötzlich rasant wächst, behindert den normalen Ablauf der Trauung!

Als sie durch das Dach der Kirche bricht, ist das Militär schon vor Ort und fängt das vemeintliche Monster mit Betäubungsspritzen und Enterhaken ein. Susan wacht in einem kargen, metallischen Raum wieder auf und wir unsanft in eine riesige Halle bugsiert, wo sie auf ganz und gar merkwürdige Gesellen tritt: Doktor Kakerlake - eine Mutation eines genialen Wissenschaftlers und einer Kakerlake, Missing Link - halb Mensch halb Fisch, Blob - eine Art wandelnder Wackelpudding und Insektosaurus - eine zig Meter hohe Larve. Die 5 Monster werden in einem ausbruchsicheren Kerker vor der Menschheit versteckt! Naja, zumindest so lange, bis eine noch größere Bedrohung die Erde aus dem All erreicht und die einzige Hoffnung auf den Schultern der Monster ruht ...

Hmm ...

Dreamworks-Animation Filme habe ich mir in der Vergangenheit gerne angesehen. So richtig verkehrt haben die bisher noch nie etwas gemacht. Auch wenn die letzten Werke nicht immer Überkracher waren, so reichten sie doch für sehr kurzweilige Unterhaltung. Und genau das bekommt man auch bei "Monsters vs. Aliens" geboten. Die Einführung der Hauptprotagonistin Susan gelingt den Regisseuren Rob Letterman und Conrad Vernon wirklich ordentlich. Die erste halbe Stunde des Films hat mir ausgesprochen gefallen, wozu sicher auch die sehr süße Synchronisierung durch Diana Amft beigetragen hat. Hat mir ausnahmsweise mal richtig auffällig gefallen.

Danach plätschert der Film so vor sich hin. Es sind etliche gut getimte Gags im Film, aber auch einige Strecken, die so lala schon tausendmal gesehen wurden. Da werden reichlich Szenen aus anderen Filmen zitiert ... allerdings nicht so einprägsam, dass ich 3 Tage nach dem Filmgenuß noch alles aufzählen könnte. "Abyss" fällt mir ein, klar, Dr. Kakerlake ist Seth Brundle und die "Unheimliche Begegnung der dritten Art" wird wirklich virtuos verwurstet. Aber in einem Film will ich nicht nur Zitate sehen, sondern auch eine eigenständige, fesselnde Geschichte. Und spannend ist an dem Film genau gar nichts.

Jetzt habe ich schon fast 500 Wörter geschrieben und noch nichts über den eigentlichen Grund, wegen dem ich ins Kino gegangen bin: 3D! Das war schon beeindruckend. Als am Anfang die Kamera durch einen Asteroidengürtel schwebte und dann durchs All sauste. Altobelly! In dem Augenblick habe ich nicht an die Polfilterbrille auf meiner Nase gedacht, sondern nur verblüfft auf die Leinwand gestarrt! Auch in den weiteren Momenten geizte der Film nicht mit entsprechenden Einstellungen. Der Schwenk durch einen Flur, die Kamerafahrt über einen Schreibtisch und ein Ping-Pong-Ball, der förmlich auf meiner Nase einschlug machten Lust auf mehr.

Leider setzt der Sättigungseffekt sehr schnell ein. Nach ungefähr einer Dreiviertelstunde war Dreidimensionalität normal. Zwar gab's immer mal wieder den ein oder anderen Aha-Effekt, aber im großen und Ganzen finde ich es auch nicht mehr verwunderlich, dass ein Film in Farbe ist und Ton hat. Genau das gleiche passiert sehr schnell mit 3D - sofern es einfach nur da ist. Klar zuckt man zusammen, wenn plötzlich etwas vor der eigenen Nase explodiert und sicher war ich fasziniert davon, dass die Einblendungen von Städtenamen scheinbar über der Bühne schweben. Aber es wird schnell normal. Und dann achtet man wieder auf die Geschichte.

Die ist zwar drollig, aber eben auch ziemlich zusammengeklaut, wenig innovativ und lediglich leidlich spannend. Das 3D-Spektakel kann das etwas kaschieren, aber nicht heilen. Und so leidet "Monstes vs. Aliens" an genau dem gleichen Problem, wie so viele andere Produktionen: es gibt nichts zu erzählen. Ich will nicht nur Knall-Peng um des Effektes willen, ich will mich unterhalten lassen. Tatsächlich war ich einen Tag später extra noch einmal in der 2D-Vorstellung und war ganz überrascht, dass mir aufgrund der Effekte in der Einführungsphase ganze Sätze untergegangen sind! Die habe ich mit Brille auf der Nase und perspektivischer Tiefe schlicht nicht mitbekommen. Insofern ist in diesem Fall 3D sogar kontraproduktiv gewesen. Am Anfang geht was von der guten Erzählung verloren und später fehlt der 3D-Effekt um die Mängel zu kaschieren.

ich war von dem Film ehrlich enttäuscht. Ich hatte mir zum einen vom Film selbst deutlich mehr erhofft und hatte mir noch mehr "Boah!" von der Dreidimensionalität erwartet. Vielleicht klappt das besser, wenn ich mal einen 3D-Film mit realen Schauspielern sehe ...

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