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Inglourious Basterds

gesehen: 20.08.2009 (UCI-Kinowelt)

Langweilig, uninteressant, ausufernd. Nein, mit großen Erwartungen bin ich nicht ins Kino gegangen, dazu hatte ich einfach schon viel zu viel Schlechtes über den Film gelesen. Aber einen Tarantino ungesehen im Kino ignorieren? Schlecht möglich, oder? Also Ticket gelöst und es im Sessel für die folgenden 150 Minuten gemütlich gemacht.

Zum Inhalt ...

Hinter den feindlichen Linien im von Deutschland besetzten Frankreich, setzen die Amerikaner ein Sondereinsatzkommando unter der Leitung von Aldo Raine (Brad Pitt) ab. Einzige Aufgabe des kleinen Haufens: Nazis töten. Gleichzeitig entdeckt in Paris der junge deutsche Soldat Fredrick Zoller (Daniel Brühl) seine Liebe zur noch jüngeren Kinobesitzerin Shosanna Dreyfus (Mélanie Laurent), die unter falschem Namen lebt, seit ihre Familie vom "Judenjäger" Hans Landa (Christoph Waltz) getötet wurde und ihr als einziger die Flucht gelang.

Als in Shosannas Kino eine große Galavorstellung mit allen Größen des Dritten Reiches stattfinden soll, plant die junge Frau groß aufzuräumen und dem Krieg ein Ende zu machen. Gleichzeitig haben die Briten Wind von dem bevorstehenden Fest bekommen und schicken eine Doppelagentin zu den befreundeten Amerikanern in Frankreich, um ebenfalls unter den Nazi-Größen aufzuräumen. Doch Hans Landa hat seinen Ruf nicht zu Unrecht und wittert die Gefahr ...

Hmm ...

Ich hatte beim neuen Tarantino ein schlechtes Gefühl – vor allen Dingen wegen einiger sehr mäßiger Kritiken. Allerdings dauerte es nicht lange, bis ich überzeugt war. Der Film ist vielleicht nicht “klug”, aber er ist unglaublich gekonnt fotografiert. Man merkt, dass Tarantino einiges am Medium Kino liegt und dass er überdies sein Handwerk versteht.

Weiterhin haben mir die ausufernden Dia- und Monologe ausnehmend gut gefallen. Besonders Christoph Waltz lieferte eine ganz und gar unglaubliche Vorstellung ab. Wie er den “Judenjäger” mit einer grotesken Kultiviertheit und Freundlichkeit spielte, hat mir am Anfang wirklich Angst gemacht. Auch wenn er mit den anderen Protagonisten verbal Katz und Maus spielt, ist das einfach nur klasse.

Brad Pitt ist zwar präsent, aber gar nicht mal der wirkliche Star des Films. Das ist vielmehr das Ensemble, in dem sogar Till Schweiger aus seiner (kleinen) Rolle etwas machen kann. Das erste mal, dass er mir seit “Manta Manta” gefallen hat. Mélanie Laurent ist eine Augenweide und ihr Galan Daniel Brühl überrascht mit einer unerwartet unsymphatischen Darstellung, die er ebenso unerwartet gut auf die Reihe bekommt.

Natülich hält Tarantino auch dann drauf, wenn das Blut spritzt. Das tut es explizit und durchaus brutal. Im Verhältnis zur Laufzeit des Films jedoch nur vergleichsweise kurz. Ich glaube einige der im Saal anwesenden “Boah Ey” Kandidaten, die einen neuen “Pulp Fiction” oder “From Dusk Till Dawn” erwarteten, haben sich sicher nicht zu knapp gelangweilt.

Der Film erschreckt nicht, er verstört nicht, aber man wird sich im Sessel winden. Und das nicht wegen der Brutalität, sondern wegen der Absurdität des Geschehens, welche in der Realität sicher noch viel unverständlicher und abstoßender war. Und das mit der von Tarantino gewohnten Perfektion und Passion inszeniert - ja, den Film sollte man gesehen haben.

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