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"Hancock" bei
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Hancock

gesehen: 05.07.2008 (Kinoplex - Bad Oeynhausen)

Der Kleine ausquartiert damit wir zu zweit ins Kino können. Meist gehe ich ja allein, aber die Trailer zu "Hancock" waren so überzeugend, dass die Frau auch mit wollte. Karten habe ich früh genug besorgt, trotzdem haben wir woanders gesessen.. Aufgrund des Besucherandrangs hat man sich im Kinoplex wohl entschlossen, die Vorstellung in einem größeren Saal zu zeigen. So viele Zuschauer können sich wohl nicht irren ...

Zum Inhalt ...

John Hancock (Will Smith) ist alles andere als ein Vorzeige-Held. Er ist ungepflegt, ungehobelt, unfreundlich und hat ein veritables Alkoholproblem. Aber er hilft Menschen. Nicht immer so wie die sich das vorstellen - meist geht mehr kaputt als gerettet wird - aber er hilft. Wahrscheinlich weiß er gar nicht so genau warum - und die Menschen auch nicht. Sie hassen ihn! So sehr, dass es aufgrund der Millionenschäden sogar zu einer Klage kommt.

Glücklicherweise hat Hancock kurz vorher den mehr oder eher weniger erfolgreichen PR-Berater Ray Embrey (Jason Bateman) gerettet, der ihm aus Dankbarkeit dabei helfen will, sein desolates Image aufzupolieren. Mary (Charlize Thereon), Rays attraktive Ehefrau, ist davon alles andere als begeistert - genauso wie Hancock. Schlußendlich nimmt er aber den Vorschlag an und tritt eine Haftstrafe an. Doch die dauert nicht lange, da sein Ausbleiben ein rasantes Ansteigen der Kriminalitätsrate zur Folge hat ... Hancock wird aus dem Knast abberufen ...

Hmm ...

Will Smith kann ich gut leiden. Und gerade beim Nachlesen entdeckt, dass ich bis auf "Das Streben nach Glück" jeden seiner Filme gesehen habe. Richtige Ausfälle waren nicht dabei. Und auch musikalisch kann mich der "Fresh Prince" unterhalten. Er macht seine Sache aber auch jedes mal passabel. Auch unter der Regie von Peter Berg, der mit "Operation: Kingdom" Erfahrungen im Action-Genre sammelte, gibt er den Typen von nebenan sehr überzeugend.

Denn eigentlich ist John Hancock nichts anderes. Einfach ein desillusionierter, gelangweilter und grüblerischer Nachbar, der es sich leisten kann, sich so gehen zu lassen. Smith lässt manchmal durchschimmern, dass unter der ungepflegten und rüpeligen Schale eigentlich ein guter Kerl steckt. Der endgültige Umschwung geht dann aber trotzdem etwas Holterdipolter. Was soll's, eigentlich ist es ein Actionfilm.

Jason Bateman gibt den herzensguten PR-Berater glaubwürdig und unpeinlich. Manchmal gleiten solche Rollen ins Kitschige, das wird von Peter Berg geschickt umschifft. Charlize Theron hat auch mehr als einmal bewiesen, dass sie eine ausgezeichnete Darstellrin ist. Es macht ja nichts, wenn sie dann auch mal mehr als adrette Deko agiert. Auch wenn die Rolle im Verlauf etwas gehaltvoller wird, ist die Optik immer noch das Auffallendste.

Die Effekte des Films sind ordentlich. Die Flugszenen haben mir nicht gefallen, wirkte manchmal etwas billig und ich weiß auch nicht, warum Hancock unbedingt einen Kondensstreifen hinter sich her ziehen mußte. Gewackelt hat es auf jeden Fall reichlich. Gekracht und gerummst auch. In der zweiten Hälfte der Laufzeit wird es etwas betulicher und auch die Story hat dann einen Bruch. Eigentlich erzählt "Hancock" zwei Geschichten. Einmal die Wandlung zum Good-Guy und dann noch die Entdeckung seiner Vergangenheit. Beides wirkte auf mich aneinandergereiht wie eine Doppelfolge einer Serie.

Ausgerechnet diese Erklärung ist dann auch noch ziemlich hanebüchen und wenig erklärt. Das angestückelte Zuckerende trübt den anfänglichen sehr guten Eindruck zusätzlich. "Hancock" beginnt mit einem richtig guten und ausnahmsweise mal neuen Einfall und schafft es nach einer Dreiviertelstunde problemlos, das alles im Schmalz der typischen Blockbusterunterhaltung unter gehen zu lassen. Schade eigentlich. Hätte man den Stil bis zum ersten "guten" Einsatz beibehalten, hätte das ein richtig cooler Film werden können.

So hat mir "Hancock" immer noch überdurchschnittlich gut gefallen und sicher die meisten Kinobesucher bestens unterhalten, aber die Chance auf einen richtigen Knaller vertan.

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