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Die Mumie

gesehen: 04.06.1999 Die Leiter (Bad Oeynhausen)

Ich war nach den Trailern und den über den Teich geschwappten Vorschußlorbeeren regelrecht geiferig darauf, das Remake des Klassikers von 1932 "Die Mumie" zu sehen. Da nach einem langen Arbeitstag die 20.00 Uhr Vorstellung nicht mehr zu schaffen war, entschied ich mich dazu erstmalig die neuerdings angebotene Spätvorstellung der Bad Oeynhausener Leiter zu besuchen.

Natürlich mußte ich wieder eine Viertelstunde auf meine Verabredung warten ... Lars hat's nicht so mit der Zeit, dafür brachte er seine Schwester mit. Das schien auch anderen anwesenden jungen Herren gut zu passen ;-) Nachdem wir also unsere Karten gelöst hatten, kamen wir in den großen Saal I und sofort schossen mir die Tränen vom Nikotinnebel in die Augen. Was freue ich mich auf das neue Kinopolis in Bad Oeynhausen. Endlich mit dem Fahrrad ins Kino und dann noch *richtig* sehen können.

Zum Inhalt ...

Während seiner Zeit bei der Legion, entdeckt Rick O'Connel (Brendan Fraser) die sagenumwobene Stadt Hamunaptra, in welcher der Sage nach unermeßliche Reichtümer der ägyptischen Dynastien versteckt wurden. Aber auch ein Fluch soll auf der verlassenen Stätte lasten. Der Hohepriester Imhotep (Arnold Vosloo) begehrte seinerzeit die hübsche Frau des Pharao und um an diese zu kommen, meuchelte er zusammen mit seiner Geliebten kurzerhand den störenden Ehemann.

Da das auch damals ein nicht sehr gern gesehener Schachzug war, wurde die abtrünnige Frau getötet und Imhotep mit dem schwersten denkbaren Fluch belastet. Er wurde bei lebendigem Leibe zusammen mit einer Menge Skarabäen in einen Sarkophag gelegt und in Hamunaptra beerdigt. Sollte er jemals befreit werden, so wird er das mächtigste Wesen der Welt sein und Seuchen, Plagen und Katastrophen mit sich bringen, um sich an der Menschheit zu rächen.

Trotzdem sind Forscher als auch Schatzsucher ganz wild darauf, Hamunaptra und die dort verborgenen Reichtümer zu finden. Zu den Forschern zählt auch die junge Evelyn (Rachel Weisz) und ihr Bruder Jonathan (John Hannah). Zufällig treffen sie auf den mittlerweile nicht mehr in Diensten der Armee stehenden Rick und erfahren von seiner Entdeckung.

Schnellstens wird ein Suchtrupp zusammengestellt und tatsächlich ist man nach ein paar Tagen am Ziel. Auch der Eingang zu den Reichtümern ist tatsächlich nicht sonderlich versteckt und so haben die Unwissenden auch bald einen Sarkophag mit einer merkwürdig frischen Mumie geöffnet ...

Hmm ...

Anfangs war ich recht angetan als die Schlacht in der Wüstenstadt ausgetragen wurde. Solide gemacht. Ich hatte direkt einen trockenen Mund vom Wüstensand. Auch die vorangegangene "Erklärungsgeschichte" machte Lust auf mehr.

Irgendwie ging die aufgebaute Stimmung jäh in die Brüche, als zum erstenmal Rachel Weisz als Nachwuchsforscherin Evelyn ihren Auftritt hatte. Weniger lag dies an den beschränkten schauspielerischen Möglichkeiten der jungen Dame, als am verkrampft komischen Drehbuch. In jeder Szene sollte etwas witzig sein und das wirkte oft mehr als aufgesetzt.

So zog sich dieser Klamauk durch den ganzen Film. Lediglich wenn die Mumie oder andere animierte Gruselgestalten auf der Leinwand erschienen, hielt sich Regisseur Stephen Sommers mit der falschen Komik zurück. Die wirklich erstaunlichen Effekte bei der Mumie und ihren Gehilfen ließen tatsächlich so etwas wie Schauer auf dem Rücken aufkommen.

Und hier konnte ich dann auch wirklich schmunzeln. Denn wenn die Horden der untoten Wächter mit dem Schwert und Lanzen nierdergemetzelt werden, ist das ähnlich amüsant wie bei "Braindead" oder "The return of the living dead", wenngleich auch deutlich unblutiger.

Alles in allem bin ich arg enttäuscht. Die Geschichte ist recht dünn und krampfhaft klamottig und die Schauspieler verständlicherweise unbekannt. Einzig die beeindruckende Tricktechnik rettet den Film vor dem absoluten Untergang.

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