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Kino - dafür werden Filme gemacht

Boat Trip

15.01.2003 Cinema (Bückeburg)

Über einen Monat war ich jetzt nicht in Bückeburg. Weihnachten, Schule ... alles faule Ausreden die mich davon abhielten, das favorisierte Kino zu besuchen. Die letzten beiden verpaßten Sneaks waren Komödien, so daß ich guter Hoffnung auf ein bißchen Action war und müde aber gut gelaunt in den Nichtrauchersaal im Kinocenter Bückeburg ging. Das "Residenz" war wegen der Mitternachtspremiere von "Star Trek Nemesis" belegt - eigentlich ganz gut.

Zum Inhalt ...

Jerry (Cuba Gooding Jr.) hat ein wenig Probleme mit seiner Freundin Gabriela (Roselyn Sanchez). Während eines leicht aus den Fugen geratenen Heiratsantrages eröffnet die Angebetete Ihrem Jerry, daß sie auf einer deutlich höhreren Ebene mit Ihrem Autowäscher kommuniziert und die Beziehung wohl eher beendet ist. Die folgenden 6 Monate beschäftig Jerry sich damit, den Bildschirmschoner von Gabriela anzuschmachten und in Selbstmitleid zu zerfließen. Bis sein bester Freund Nick (Horatio Sanz) die zündende Idee hat: Ein Kreuzfahrt um Frauen anzubaggern!

Eine Meinungsverschwiedenheit im flugs aufgesuchten Reisebüro beschert den beiden jedoch keine Luxuskabine auf einem Baggerdampfer unter karibischer Sonne. Sonne ja, aber mit dem baggern wird es hapern, da der Dampfer unter der Flagge von Gaytours fährt. Schnell merken Nick und Jerry, daß die gut gebauten Körper an Bord allesamt männlicher Bauart sind und als Zielobjekte mehr als ausscheiden ... würde Nick da nicht ein kleines Mißgeschick mit einer Leuchtpistole unterlaufen ...

Hmm ...

Eigentlich ganz gut? Der Sitz im Kino auf jeden Fall. Eigentlich war "Stealing Harvard" der Sneak-Favorit für den Abend, allerdings weiß ich nicht, was das größere Übel gewesen wäre :-(

Bei Cuba Gooding Jr. bin ich mir meist nicht so sicher, was er eigentlich will. Mal spielt er durchaus akzeptabel wie in "Men of Honor" oder "Instinct", läßt sich dann aber wieder zu solch unsäglichen Gurken wie z.B. "Chill Faktor" oder eben auch "Boat Trip" verleiten. Was einen normalen Menschen dazu treiben mag, sich unter die Knute von Mort Nathan für sein Erstlingswerk zu begeben ist mir schleierhaft. Lesen die Darsteller denn nicht wenigstens ein paar Seiten des Drehbuchs vor Beginn der Arbeit am Film?

"Boat Trip" überzeugt auf der ganzen Linie mit einer platten Aneinanderreihung der üblichen Schwulenwitze, die vollkommen uninspiriert und teilweise schmerzhaft überkandidelt dargeboten werden. Da hebt sich Gooding Jr. nicht angenehm über das Gros der tuntigen Mitreisenden ab. Mich stört dabei im übrigen kein bißchen die Thematik (soweit man bei dem Quatsch überhaupt von einem Thema sprechen kann und ich habe nichts gegen Schwule oder Lesben - weder im Film noch im realen Leben. Ich fand "The Birdcage", "Three To Tango" oder (um die Kreuzfahrt aufzugreifen) "The Impostors" wirklich witzig. Aber die haben die gleichen Zoten auf einem ganz anderen Niveau gebracht und waren nicht so ... äh ... billig!

Tatsächlich habe ich während der kompletten Laufzeit von knapp über 90 Minuten - die sich zäh wie ein zu lange gekautes Airwave hinzogen - ungefähr zwei mal geschmunzelt. Zum einen ist es ganz lustig, wenn Jerry behauptet "I'm coming ... I'm coming out" und zum anderen demonstriert die Schiffs-Erste-Helferin Felicia (Vivica A. Fox) eindrucksvoll ihre oralen Techniken an einer Südfrucht. Gerade letzteres wirkte umso überzeugender, als Ex-Agent Ihrer Majestät Roger Moore eine ähnliche Nummer kurz zuvor mit einem zu kurz gegrillten Cocktailwürstchen versuchte und damit kläglich an der ohnehin tiefhängenden Gürtellinie scheiterte!

Ein so deutliches "No No" habe ich im Kino schon lange nicht mehr gesehen! Es gibt Filme, die sind so schlecht, daß ich mich schon wieder köstlich amüsiert habe. Oder sie sind so ekelig, daß das Weggucken Spaß macht. Leider nimmt sich "Boat Trip" auch noch als Komödie ernst und versucht sich gar nicht als Trash. Das könnte funktioniert haben, nur hätte Mort Nathan dann noch ein paar Brickets drauflegen und die ganze Sache ein wenig überdrehter regeln müssen.

Schade um's Geld.

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