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Kino - dafür werden Filme gemacht

"Besser geht's nicht" (13.02.1998 - Capitol II)

Mist, schon wieder 'mußte' ich in eines der ungeliebten Herforder Kinos gehen. Ich konnte niemanden zu einer Fahrt ins ferne Bielefeld überreden und bedauerte dies bereits, als ich in den total verräucherten Vorraum kam. Nach einer kurzen Diskussion mit einem der ältlichen Angestellten über das für und wieder von Raucherlaubnis in Kinos gingen wir die Treppe hinauf zum Saal 2. Wobei Saal eigentlich übertrieben ist, in oberen Mittelklasse-Wohnungen ist das wohl eher ein Wohnzimmer. Kein Surround und zu allem Überfluß Bedienung während des Films. Naja, wenn's nicht anders geht ...

Zum Inhalt ...

Der überaus erfolgreiche Schriftsteller Melvin Udall (Jack Nicholson) lebt nicht unbedingt zurückgezogen, aber er reißt sich auch nicht um den Kontakt mit seinem Mitmenschen. Und wenn es mal nicht zu vermeiden ist, dann ist ein solches Zusammentreffen zumeist sehr unerfreulich für denjenigen. So ist es ihm nicht möglich wirklich freundlich zu sein. Seine Bemerkungen beleidigen sein Gegenüber meistens zutiefst.

Darunter leidet vor allen Dingen sein direkter Flurnachbar, der schwule und etwas tuntige Künstler Simon Bishop (Greg Kinnear). Dessen Hund ist desöfteren Ziel der Attacken von Melvin und so wird das Tier auch schon mal aus dem Müllschlucker gefischt. Nach einem Überfall auf Simon wird Melvin von Simons Manager Frank Sachs (Cuba Gooding Jr.) darum gebeten, sich um den Hund zu kümmern. Widerwillig stimmt Melvin zu und übernimmt die Pflege des Tieres.

Sein sehr stark geplanter und routinemäßig vollzogener Lebensablauf beinhaltet ein Mittagessen in einem kleinen Restaurant, in dem er immer den gleichen Tisch belegt und sich immer von der gleichen Kellnerin Carol Connelly (Helen Hunt) bedienen läßt. Seine Beziehung zu ihr ist von seiner Seite aus etwas tiefer gehend als bei seinen anderen Bekannten, aber aufgrund seiner normalerweise unausstehlichen Art empfindet sie für Melvin alles andere als offene Zuneigung.

Eines Tages ist Carol plötzlich nicht im Restaurant, für Melvin eine mittlere Katastrophe. Zu allem Überfluß kehrt auch Simon aus dem Krankenhaus zurück und will seinen Hund, an den sich Melvin mittlererweile stark gewöhnt hat zurück haben. Als das wirft Melvin ziemlich aus seinem gewohnten Rhythmus und er beginnt etwas zu unternehmen ...

Hmm ...

Tja, ich hatte schon ein bißchen was anderes erwartet, als ich in "Besser geht's nicht" ging. Nach den Vorschauen dachte ich eher an eine bissige Komödie in der Nicholson einen Fiesling spielt. Das tut er auch, jedoch vor dem Hintergrund, daß Melvin psychisch krank ist. Dadurch werden zwar seine Gemeinheiten nicht netter, nach einiger Zeit jedoch auch nicht mehr sonderlich interessant. Nicholson spielt perfekt den kranken Melvin, schafft es aber leider nicht, darzustellen, warum dieser nun plötzlich so leicht geheilt wird.

Alle anderen Schauspieler hinken dem Niveau von Nicholson zwar hinterher, sind ihm aber dicht auf den Fersen. Greg Kinnear spielt erstmals einen kitschigen Schwulen, bei dem man nicht gleich davonlaufen möchte. Helen Hunt übertreibt an einigen Stellen etwas mit Ihrer Mutterrolle, es gelingt ihr aber neben Nicholson nicht völlig unterzugehen.

Störend an dem ganzen Film ist allein die Geschichte. Die ganze Krankensache Melvins wird viel zu einfach dargestellt. Friß' Pillen, verliebe Dich und Dir geht's besser. Das kann wahrlich nicht sein. Niemals wird darauf eingegangen *was* wirklich mit Melvin los ist. Wie er es geschafft hat trotz seinem widerlichen Umgangs so erfolgreich zu werden, wie lange er schon in Behandlung ist, warum diese nicht besser anschlägt. Was weiß ich, eben etwas mehr Tiefe.

So bekommen wir am Ende nur eine übliche Hollywoodschmonzette mit einigen zündenden Gags am Anfang, einem relativ faden Mittelteil und einem völlig unbefriedigendem Ende. Schade, hier hätte einiges mehr rausgeholt werden können und sei es nur durch das Weglassen der Krankengeschichte. Wäre Nicholson einfach nur so ein Ekel gewesen, hätte er etwas fieser agiert ... Wahrscheinlich hätte man dann das Ende schlucken können.

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