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Kino - dafür werden Filme gemacht

"Ab durch die Hecke" bei
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Ab durch die Hecke

gesehen: 06.07.2006 (Kinoplex - Bad Oeynhausen)

Eineinhalb Monate kein Kino. Und das lag nicht an der WM, kein Stück. Das Wetter, das Programm, allgemeine Unlust, was weiß ich. Irgendwie hat mich nach X-Men 3 nichts dazu veranlasst, den Weg in ein Lichtspielhaus zu suchen. Aber der Trailer zu "Ab durch die Hecke" war einfach zu gut, als dass ich widerstehen konnte.

Zum Inhalt ...

Waschbär Ritchie sucht einen Dummen. Genauer gesagt sucht jemanden, der ihm (unwissentlich) helfen soll innerhalb einer Woche einen ganzen Haufen voll Schlickersachen und Fastfood für einen Bären zu sammeln, dem Ritchie blöderweise seinen Wintervorrat geraubt hat. Glücklicherweise findet er in der "Familie" um Schildkröte Verne nicht nur einen Helfer, sondern eine ganze Reihe Waldbewohner, die sich in ihrer leicht einfältigen Art vom schlitzohrigen Ritchie und den geschmacksverstärkten Anreizen der Zivilisation blenden lassen, um in ein hinter einer riesigen Hecke angelegtes Neubaugebiet zu plündern. Natürlich denken die Freunde, sie sammeln für den eigenen Vorrat und nehmen Ritchie herzlich und liebevoll in die Familie auf.

Eichhörnchen Hammy, die Opossums und Stinktierdame Stella sind ganz begeistert vom weltmännischen Ritchie - nur Verne spürt ein Zucken im Schwanz und wird mehr und mehr ausgegrenzt. Und er hat Recht mit dem Argwohn. Die Woche neigt sich dem Ende zu und Ritchie wird langsam unruhig - schließlich steht sein Leben auf dem Spiel. Als Verne die gesammelten Vorräte zurückgeben will, kommt es zur Eskalation ...

Hmm ...

Zeichentrick - pardon - animierte Filme überschwemmen derzeit die Kinos. Sei es Shrek, Nemo, Cars und wie sie alle heißen. Allen gemein ist, dass menschliche Verhaltensweisen auf Fantasiegestalten oder Tiere übertragen werden - und das meist komisch und überspitzt. Teilweise ging das Konzept allerdings schon nicht mehr so auf, wie gewohnt. "Shrek 2" war längst nicht so komisch wie der Vorgänger, "Große Haie, kleine Fische" streckenweise sehr bemüht und der Aufguss von "Ice Age" riß mich auch nicht vom Hocker. Irgendwann gehen halt die Ideen aus und dann ist bunt nicht allein abendfüllend.

"Ab durch die Hecke" ist ebenfalls nicht bahnbrechend innovativ. Eine herkömliche Geschichte über Zusammenhalt und die Erkenntnis, dass es in der Familie doch am Besten ist. Egal ob es wirklich eine Familie ist oder nur ein Freundeskreis. Man hält und gehört zusammen und fühlt sich gut. Eigentlich ist das vorhersehbare Ende schon ein bißchen zu moralisch geraten, die Warnung verstehen sogar die kleinsten unter den Zuschauern.

Streckenweise sind die Dialoge ein wenig zu lang geraten, wenn Verne mit Ritchie philosophiert. Bei 82 Minuten Laufzeit sollte man eigentlich meinen, dass da kein Blick auf die Uhr nötig sei. Aber dieser Kritikpunkt ist wirklich einer auf hohem Niveau, denn eins ist "Ab durch die Hecke": sauunterhaltsam!

Ich habe lange nicht im Kino richtig gelacht. Wenn das hyperaktive Eichhörnchen allerdings in Roadrunner-Manier durch die Gegend rennt und dabei vergisst auf Fliesen die Krallen einzuziehen, konnte ich einfach nicht ruhig bleiben. Gegen dieses Energiebündel ist Scratch eine Schlaftablette. Und im Gegensatz zu Scratch ist Hammy voll in die Handlung integriert und dient nicht als Pausenclown. Auch alle anderen Charaktere sind sehr, sehr liebevoll animiert. Manchmal weniger die Bewegungsabläufe, als die Mimik. Wenn Stella mit schiefem Blick unter dem Pony herguckt und die Hände in die Hüften stemmt, wähnt man sich mitten im Ghetto. Verne mit besorgter Leidensmiene und die Stachelschweinfamilie, alle sind nach ein paar Sequenzen sofort ins Herz geschlossen. Lediglich bei Tochter Opossum störte mich die Synchronstimme von Hupf- und Singdohle Biedermann.

Die einzelnen Aktionen der Gruppe sind rasant inszeniert, wenn auch ein Höhepunkt bereits durch den Trailer verbraten wird. Bei der oben schon angesprochenen kurzen Laufzeit ein bißchen ärgerlich. Dafür hat Hammy einen Auftritt, der im Kino zu spontanem Applaus und bei mir zu Zwerchfellschmerzen führte. Und das nicht offensichtlich nicht nur in der von mir besuchten Vorstellung. Der Film überzeugt bei den Figuren und den Gags auf der ganzen Linie.

Auch die Animationen sind sehr gelungen. Hier hat Dreamworks ganze Arbeit geleistet. Teilweise ist das schon sehr fotorealistisch. Trotzdem hat man durch die Überzeichnungen jederzeit das Gefühl, wirklich einen "Trickfilm" zu sehen. Leider passt das dann manchmal nicht so richtig. Die Eigenheimbesitzerin mit schrillem Gesichtsausdruck wirkt dann in der fast realen Kulisse ein bißchen deplaziert. Aber wie oben schon gesagt, meckern auf recht hohem Niveau.

"Ab durch die Hecke" hat mir mal wieder einen richtig unterhaltsamen Kinoabend verschafft. Sehr lustig, mit viel Augenschmaus und anrührenden Figuren. Es geht doch!

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