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Kino - dafür werden Filme gemacht

- The 13. Warrior -
Der 13. Krieger

11.08.1999 / Astoria I (Bielefeld)

Bundesstart: 09.09.1999


Immer die gleichen Einleitungen bei Sneak-Previews ... <gähn>. Also gut, Schnelldurchlauf. Zunächst überraschend leer, füllte sich rasant und schien dann ausverkauft. Das übliche Gedränge wurde durch einen extrem frühen Einlaß etwas gemildert (Was mag da wohl der Auslöser gewesen sein?).

Wie fast immer hatte ich mir "meinen" Platz in der Mitte des Saals am Quergang ergattern können, damit ich die Beine so richtig schön lang ausstrecken konnte. Ausnahmsweise begleitete mich diesmal Alex in die Sneak, obwohl solche Zeiten bei ihr eher zum schlafen als zum Kinogucken reserviert sind.

Zum Inhalt ...

Ibn Fadlan (Antonio Banderas - wobei "Ibn" kein Vorname ist, wenn ich Karl May richtig verstanden habe. Egal, ich bring' den vollen Namen nicht mehr auf die Reihe und die IMDB spuckt nur "Ibn" aus ;-). Also: Ibn hat in seiner orientalischen Heimat ein kleines Problem mit einer Dame gehabt. Der Schöngeist und Poet hat sich in die Xte Frau eines einflußreichen Mannes verliebt und wird dafür vom Kalifen zum Botschafter befördert. Nur leider ist es nicht so sehr eine Beförderung, denn er soll Botschafter bei den Wikingern im hohen Norden werden.

Also macht sich der quasi Verbannte mit einem ganzen Troß von Höflingen und einem ergebenen Dolmetscher (Omar Sharif) auf in Richtung Skandinavien. Nach etlichen Wochen mühsamer Reise erreicht man tatsächlich ein Lager der robusten Nordmänner. Dieser Clan feiert gerade das Begräbnis seines alten Königs. Die Araber werden weder freundlich noch feindlich aufgenommen, aber wenigstens beachtet. Nachdem das Begräbnis in ein Saufgelage ausartete, währenddessen der neue König "gewählt" wurde, wird die benommene Truppe am nächsten Morgen von einem anderen Wikingerclan geweckt.

Mann wird um Hilfe gebeten, gegen einen übermächtigen Feind anzutreten. Dieser Feind, der so böse ist, daß man seinen Namen nicht ausspricht, hat bereits das halbe Dorf des weiter nördlich lebenden Clans auf dem Gewissen. Die Wikinger, einem ordentlichen Strauß offenbar nicht abgeneigt, lassen sofort ihre Seherin kommen, welche prophezeit, daß 13 Krieger aufbrechen sollen um siegreich zu sein. Freudig nimmt jeder, der nun während eines Rituals ausgewählten Recken, seine Nominierung an.

Jedoch beim 13. stockt der Jubel. Die Seherin legt fest, daß dieser Kämpe kein Nordmann sein darf! Dummerweise ist nur unser junger Araber Ibn Fadlan zugegegen. Am nächsten Morgen reitet er also mit seinem weißen Vollblut-Araber zwischen den grobschlächtigen Rossen der Nordmänner, um einen Feind zu besiegen, von dem er in seinen Gedichten nie geschrieben hat ...

Hmm ...

Ich kam eigentlich etwas unvorbereitet in diese Sneak. Gesehen hatte ich den Trailer bereits ein paar Mal und hatte von daher die Erwartung, einen ziemlich Hau-Ruck Actionfilm zu sehen. Auch wenn McTiernan hinlänglich bewiesen hat, daß er auch bissige Untertöne und Zynismus zu inszenieren in der Lage ist.

Ich war also schon ein bißchen überrascht, als das Ganze in einer orientalischen Umgebung mit eher lauschigen Umgebungsvariablen begann. Banderas begegnet uns als schöngeistiger Poet des Morgenlandes der wegen einer Liebschaft des Landes verwiesen wird.

Gerade dieser Anfang macht die spätere Deplaziertheit des "Arab" bei den Nordmännern richtig deutlich. Und Banderas gelingt es durch sein zurückhaltendes Spiel diesen Eindruck noch zu unterstreichen. Die rüden Nordmänner, allen voran der neue König Bullweigh, sind aus einem ganz anderen Holz geschnitzt und wirken vordergründig derbe. Doch McTiernan versteht es außer der rohen Wildheit der Nordmänner auch andere Facetten auf sehr geschickte Art und Weise herauszuarbeiten. Etwa wenn der König vom Ibn Fadlan das Schreiben beigebracht bekommt oder ein Duell auf Leben und Tod auf ganz und gar unerwartete Art und Weise beendet wird.

Nun will ich hier aber tatsächlich nicht behaupten, es handele sich bei "Der 13. Krieger" um ein intellektuelles Melodram ;-) Es ist tatsächlich ein Actionfilm - und was für einer. Die Massenkampfszenen gehören zu den besten die ich je gesehen habe. Die Choreographie ist wirklich atemberaubend. Und so ungeschlacht die großen Schwerter auch sind, umso geschickter verstehen die Wikinger sie zu führen.

Leider geht der Geschichte ab der Hälfte des Films ein klein bißchen der Faden verloren und die Schauspieler müßen eiligst von einer Szene zur nächsten hetzen, ohne daß man so richtig mitbekommt warum jetzt gerade etwas passiert. Da wird ein Höhlenversteck in bester Karl-May-Manier beschlichen und die Königin des Bösen gesucht, das alles inmitten der feindlichen Horden und natürlich ohne erwischt zu werden. Naja, es gab schon unglaubwürdigere Aktionen in Filmen ...

Trotz des kleinen Ausrutschers zum Ende hin war und bin ich immer noch ziemlich begeistert von dem Film. Überdurchschnittliche Action gepaart mit excellenter Darstellung und einigen liebevoll eingebauten Detaillösungen (man achte auf das Erlernen der Sprache!). Kommt für mich dieses Jahr noch vor <Blasphemie!> "Episode I"!

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