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Kino - dafür werden Filme gemacht

Nürnberg

IMAX

Gewerbemuseumsplatz 3
Nürnberg
09 11 / 20 66 67

Anläßlich eines Kurztripps in 2002 nach Nürnberg war es obligatorisch, auch eines der örtlichen Kinos zu besuchen.

Direkt in der Innenstadt gelegen befindet sich innerhalb des CINECITTA Komplexes das größte IMAX Kino Europas. Trotzdem hätten wir es beinahe übersehen, denn der Bau ragt nicht etwa wie ein Wahrzeichen hoch in die Luft, sondern verbirgt unter einer relativ kleinen "Hütte", welche Kartenservice und eine recht große Kinogastronomie beherbergt, unter der Stadt!

Von außen gab's also zunächst moderne Glas- und Stahlbauweise zu sehen, die nur durch die Kinoplakate erahnen ließ, es hier mit einem Lichtspielhaus zu tun zu haben. Wir betraten zunächst von unten das Gebäude und befanden uns in der oben erwähnten Gastronomie. Neben vielen verchromten Barhockern ohne Besucher (Kunststück, wir waren um 14.00 Uhr an einem Montag dort ;-) fielen mir einige Infoterminals auf. Dort kann man augenscheinlich seine Karten selbst buchen, sofern man eine Cinecitta-Karte sein eigen nennt. Wie es der Zufall wollte, steckte in einem Gerät noch so eine Karte und nach ein paar Tippsern auf dem Touchscreen bot das Terminal mir an, vom noch bestehenden Guthaben in Höhe von 95 Euro doch ein paar Karten zu kaufen. Aber ich bin ja ein Ehrlicher und gab das Fundstück beim Barmann ab. Schade, daß der zwar "Danke" sagte, sich aber nicht zu weiteren Belobigungen in Form von Freigetränken oder gar -karten hinreißen ließ. Ich hoffe die Karte hat ihren rechtmäßigen Eigentümer erreicht.

Wie dem auch sei, wir entschieden uns zum Besuch des IMAX in den Tiefen Nürnbergs. Die Baugrube ist über 30 Meter tief gewesen, um Platz zu schaffen für die 21 Meter hohe FlatscreenLeinwand und die nicht minder imposante Kugelkuppel, die für die entsprechenden Vorführungen über die großzügigen Sitze geschwenkt werden kann. Doch bevor wir diese technischen Schmankerln zu sehen bekamen, mußten wir an höchst schnöden Kassen unsere Tickets lösen. Danach ging's zunächst per Pedes ein paar Gänge entlang ... immer ein wenig tiefer. Schließlich fuhren wir über 8 oder 9 wunderbar neonblau illuminierte Rolltreppen in die Tiefe.

Unten angekommen erwarte uns eine herkömmlich chromblitzende Bar und im Hintergrund der Projektorraum des IMAX-Saals, welcher komplett hinter Glas liegt und somit sehr gut einzusehen ist. Schon beeindruckend, wie groß die Filmrollen waren. Nette Technik jedenfalls. Im Saal selbst fällt zuerst die riesige - und das meine ich so - Leinwand auf. Deuka, das ist groß. Die Sitze sind dem angemessen und bieten wirklichen Sitzkomfort. Zudem lassen sich die Lehnen wie im Reisebuss (die nette Dame im Werbetrailer sprach zwar von Flugzeugen, aber das kann ich nicht bestätigen *g*) zurücklegen und ermöglichen so einen bequemeren Blick nach oben.

Vor dem Film wurden ein paar normale Werbespots gezeigt, die auf der Leinwand herzlich verloren wirkten. Danach kam ein Demo-Trailer, welcher die Klasse des IMAX demonstrieren sollte und welcher in einigen Broschüren als lohnenswert angepriesen wurde. Nunja, THX oder Dolby-Digital Trailer bei mir zu Hause sind sicher eindrucksvoller. Der Ton war mäßig und wurde durch das lautstarke Rattern der herunterschwenkenden Kuppelleinwand gut übertönt. Dadurch war das Bild natürlich auch teilweise auf der Flatscreen als auch auf der Kuppel zu sehen. Nicht schön, gar nicht. Sollen die Jungs da besser den TEX Trailer zeigen, der ist lustiger und muß nicht mit dem nachgemachten "Max" vorlieb nehmen.

So, und dann kam der eigentliche Film. 45 Minuten wie alle IMAX Filmchen waren vorgesehen. Wir hatten uns für "The Living Sea" entschieden, weil dieser die Kuppelprojektion nutzte und nicht nur die (vermeintlich) langweiligere normale Leinwand und weil kein 3D Filmchen lief, welches uns interessierte. Und wie war der Film? Hmnjagna. Sting trällert bekannt getragen seine Liedchen und dazu schwimmen Makrelen und Sardinen in scheinbar greifbarer Nähe um den Zuschauer herum. Dazu ist die Leinwand so groß, daß man keinen richtigen Fokus findet und gar nicht weiß, wo jetzt die "Haupthandlung" abläuft. Das hat mich schon sehr irritiert.

Zu allem Überfluß ist die Handlung dieser Dokumentation derart beliebig, daß jede "Space-Night" im Nachtprogramm weniger einschläfernd ist. Da wird nichts Neues gezeigt oder gesagt. Einige Bilder sind beeindruckend und taugen als Demonstration des Machbaren, daß gebe ich zu, aber an anderen Stellen schien mir schlecht zu werden ob der Bewegungen vor mir. Schärfe scheint es auch nur in der Mitte vor der Projektoroptik zu geben - welchen man übrigens prima hören kann (wir sassen allerdings auch direkt davor).

Und nach 45 Minuten war dann wirklich alles vorbei. Das Licht ging an und wir wurden eilig hinausgewiesen, damit die nachfolgenden Besucher ihre Plätze beziehen konnten. Insgesamt war es ein ziemlich ernüchternder Besuch von dem ich mir deutlich mehr erwartet hatte. Vielleicht wäre eine 3D Vorstellung als Einstieg besser gewesen? Vielleicht, ich werde es wohl in nächster Zukunft nicht erfahren.

Bleibt zu sagen, daß der Eintritt in Höhe von 5,70 Euro dem Gebotenen gerade noch angemessen war. Immerhin ist es technisch sehr beeindruckend. Aber es ist auch eine gute Präsentation von "Content does matter" oder "Größe ist doch nicht alles."

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