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Wächter der Nacht - Nochnoi Dozor

Kritik von Jonathan Dilas

Bizarr-russisches Meisterstück im unästhetischen Ambiente

Wenn Vampire, Formwandler, Wächter, Dämonen und anderes Gesochs über die Gabe verfügen, ihre Erscheinung in das so genannte Zwielicht zu tauchen, damit sie von normalsterblichen Menschen nicht gesehen werden können, so entpuppt sich hier der geniale Link in einem Film, in dem selbst die unästhetischste und banalste Alltagsrealität gekonnt mit einer mysthischen Welt kombiniert und koexistentierend dargestellt werden kann. Dies ist dem Produzenten Timur Bekmambetov in jedem Fall gelungen! Doch gleichzeitig wird hier das verwöhnte Auge des westlichen Menschen, der an die wunderschönen Bilder aus "Matrix" oder anderen Filmen dieses Genres gewohnt ist, regelrecht geschockt, wenn sich die Hauptdarsteller pseudo-cool in roten Trainingsanzügen, Oma-Mänteln, Billigturnschuhen vom Aldi oder anderer Kleidung dieser Art auf der Leinwand zeigen, ohne dies für einen Moment in Frage zu stellen. Doch dem nicht genug, ist auch die Umgebung dreckig und schmuddelig. In vielen Szenen wird es zwar nicht sonderlich blutig, aber mit enthusiastischem Realitätssinn derart matschig, dass diverse Sekrete sich an Fensterscheiben, Gesichtern, Böden und Türen zu verteilen wissen.

Teilweise wirkt der Film zusätzlich wie eine Verzerrung der Realität im Helge-Schneider-Stil, falls man seine Filme kennt, in der krampfhaft versucht wird, der Realität eine noch größere Alltäglichkeit und Boniertheit aufzudrücken, als sie eigentlich besitzt.

Je größer die Erwartung, desto größer die Enttäuschung. Diese Weisheit bewahrheitet sich nun wieder einmal in diesem Film und trotz dieses latenten Kammerstücks spielt man mit dem Gedanken zu erfahren, wie es denn im nächsten Teil wohl weitergeht.

Fazit: Sehenswert, da hier offensichtlich großes Potential in der neo-russischen Filmindustrie steckt.

(J. Dilas, www.dilas-arts.de)

Diese Kritik ist die Meinung von Jonathan Dilas.

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