|
Mit der Konzentration auf die letzen Tage im Bunker, die auf den Büchern "der Untergang" von Joachim Fest und "Bis zur letzten Stunde" von Hitlers Sekretärin Traudl Junge basiert, eröffnet der Film eine neue Perspektive des zweiten Krieges. Während auf den Straßen Berlins zwölfjährige Kinder gegen den russischen Feind kämpfen, hat sich Hitler (Bruno Ganz) mit einigen Generälen und seinen engsten Vertrauten im Führerbunker der Reichskanzlei verschanzt, obwohl er mit dem Verlassen Berlins Tausenden von Menschen das Leben hätte retten können. Frauen und Kinder zu evakuieren fand er unnötig, denn das Volk "habe sein Schicksal selbst gewählt und hätte nichts anderes verdient". Während die Bevölkerung auf den Straßen dem grausamen Krieg zum Opfer fällt, bereitet Hitler seinen Abgang im Bunker vor. Seine Privatsekretärin Traudl Junge (Alexandra Maria Lara) weicht ihm bis zu seinem Tod nicht von der Seite.
"Der Untergang" ruft kein falsches Mitleid hervor und versucht auch nicht "Täter" in ein schönes Licht zu rücken. Eine gewisse Balance wird hergestellt, indem einerseits Situationen entstehen, die man menschlich nachvollziehen kann und andererseits ein so absurdes Weltbild und extreme Parolen gelebt werden, dass sie jenseits unseres Verständnisses liegen.
Die ganze Geschichte wird aus der Sicht von Traudl Junge erzählt. Das 22 jährige Mädchen, dass 1942 in einer Nacht zu Hitler gerufen und seine private Sekretärin wurde. Von da an weicht sie ihm nicht von der Seite und sieht in ihm eine Art Vater-Ersatz. Mit großer Bewunderung schauen auch Alexandra Maria Laras Augen Hitler an.
Die blinde, naive Traudl und ihre aussichtslose Situation, nachdem sie den Nationalsozialisten beigetreten ist, porträtiert Lara authentisch. Nicht ideologisch, sondern selbstsuchend, nicht unwissend, sondern naiv, nicht herzlos, sondern ängstlich ist die junge Frau, die sich von ihrer Familie entfernt hat, um dem Führer zu dienen. Die Absurdität und Realitätsferne wird in Eva Braun (Juliane Köhler) personifiziert. Eva lebt als ob es keinen Krieg gebe. Die stets fröhliche, lachende Frau genießt ihr Leben und lässt sich noch nicht mal von russischen Angriffen vom Feiern abhalten. Doch ihr Leben liebt sie nicht so sehr wie ihren Wunsch Hitler zu folgen, sei es auch in den Tod.
Die Perversität der nationalsozialistischen Ideologie wird durch Magda Goebbels (Corinna Harfouch) verdeutlicht, die zur "glücklichsten Frau Deutschlands" wird als Hitler ihr ein Hakenkreuz-Abzeichen ansteckt. Einige Stunden später vergiftet die glücklichste Mutter ihre Kinder, weil sie "zu gut sind, um in einer Welt ohne Nationalsozialismus zu leben" und wählt mit Joseph Goebbels (Ulrich Matthes) ebenfalls den Freitod.
"Ich habe es als eine historische Aufgabe gesehen, die ich als Deutscher annehmen sollte". (O. Hirschbiegel, Regisseur) |
Diese Kritik ist die Meinung von Barbara Cerveny.
Design & Realisation:
www.edler-online.de
Diese Website benutzt Google Analytics. Weitere Informationen finden Sie im Impressum.