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Kino - dafür werden Filme gemacht

American Pie 2

Kritik von Michael Appel

Wer hätte sich gedacht, dass gerade der Begründer der Brachialkomödie dem bereits tot geglaubten Genre neues Leben einhauchen kann?

Worum geht's?

Ein Jahr nach den letzten Eskapaden der vier Freunde Jim, Oz, Finch und Kevin haben sich ihre Wege getrennt, besuchen sie doch alle unterschiedliche Colleges. Doch in den Sommerferien sind sie wieder vereint und bei den Frauen nach wie vor alles andere als erfolgreich. Das soll sich jetzt aber ein für alle mal ändern und so fahren sie zu fünft (Großmaul Stifler ist auch mit von der Partie) in die Ferien und mieten sich ein Strandhaus, wo sie die Sau rauslassen können. Leider klingt das in der Theorie zwar ganz vernünftig, scheitert jedoch vorerst an den fehlenden Mädels. Bei der Sommerabschlussparty allerdings sollten sich die Träume der fünf Teenager erfüllen....

Ich meine:

Seit "American Pie" 1999 das Genre der Brachialkomödie begründet hat, musste man als geplagter Kino- und vor allem Sneakbesucher eine jede Menge Schrott über sich ergehen lassen und hat dieses Jahr mit "Tomcats" wohl den absoluten Tiefpunkt erreicht. Das Genre schien ausgesaugt von jeglicher Innovation, doch völlig unerwartet legt der "Urvater" mit einem erfrischenden zweiten Teil wohl den Grundstein für ein Vielzahl von weiteren Komödien dieser Art.

Antiheld Jim steht wieder im Mittelpunkt, wenn er gemeinsam mit Oz, Kevin und Finch versucht die Hormone unter Kontrolle zu halten, um sich nicht auf das erstbeste Mädchen zu stürzen. Oz hat es da besonders schwer, muss er während des Sommers auf Freundin Heather verzichten, die eine Europareise unternommen hat. Kevin trauert seiner Highschool-Liebe Vicky nach und Finch versucht sich mit fernöstlicher Meditationstechnik auf Stiflers Mom vorzubereiten, die ihm seit ihrer gemeinsamen Nacht aus Teil eins nicht mehr aus dem Kopf geht. Am Schlimmsten ergeht es allerdings Jim, der mit Bangen dem Ende des Sommers entgegenblickt. Da hat sich nämlich Austauschstudentin Nadia angesagt, die klar zu erkennen gibt was sie von ihm will. Doch seit seinem ersten Mal mit Michelle ist er bis jetzt kein zweites Mal zum Schuss gekommen und ist sich bezüglich seiner Qualitäten als Liebhaber mehr als unsicher.

Eines sollte mit dieser kurzen Erläuterung zu den Charakteren verdeutlicht worden sein: Jene, die bereits den ersten Teil gesehen haben, werden sich ungleich mehr über einige Szenen amüsieren als andere. Besonders die kleinen Reibereien zwischen Stifler und Finch sind noch witziger wenn man weiß, dass sich Finch bei der Abschlussparty im ersten Teil mit Stiflers Mutter vergnügt hat.

Beinahe sämtliche Gags gehen stets den äußerst schmalen Grat zwischen unendlicher Peinlichkeit und ehrlich gemeinten Schenkelklopfern. Es klingt zwar nicht wirklich danach, aber solche Szenen wie jene von Stifler, in der er angepinkelt wird und dies sichtlich genießt, könnten sogar all jene zum Lachen animieren, die normalerweise bei solchen Peinlichkeiten im Kinosessel versinken (ich muss es wissen :-) ). Die meisten Lacher können, wie auch bereits in Teil eins, Jim und sein Dad (Eugene Levy in seiner wohl besten Rolle) verbuchen. Auch all jene, die nur in den Keller lachen gehen, müssen einfach losprusten, wenn Jim mit seiner Hand an seinem besten Stück festklebt oder vor Publikum ein beeindruckendes Trompetensolo hinlegt. Es gibt aber natürlich auch richtig miese Szenen, die dann zu allem Überdruss auch noch fürchterlich in die Länge gezogen werden.

Wenn man sich die Mühe macht und das Filmarchiv auf meiner Site aufsucht (wow, versteckte Werbung :-) ), wird man feststellen, dass ich Teil eins nicht gerade mit Begeisterungsstürmen bedacht habe. Zu dieser Meinung stehe ich nach wie vor, muss aber zugestehen, dass sich die beiden "American Pie"-Teile äußerst wohltuend vom Rest seiner Konkurrenz hervor hebt. Ich meine zwar noch immer, dass die äußerst derbe Sprache nicht nötig wäre, aber die Entwicklung der Charaktere und der Schauspieler (die man nach dem ersten Teil schon in anderen Rollen bewundern konnte) lassen schon soetwas wie ein heimliches Gefühl aufkommen, wenn man sie über die Leinwand laufen sieht.

Bis "American Pie 3" haben Jason Biggs & Co. wieder genug Zeit sich im Genre zu beweisen, nur mit Mena Suvari, Tara Reid und den anderen weiblichen Darstellerinnen würde ich da nicht mehr rechnen, denn diese haben sich bereits in diesem Teil ihre Rollen auf ein Minimum reduzieren lassen.

Fazit: "American Pie 2" ist der geglückte Versuch die Brachialkomödie wieder aufleben zu lassen. Möge sich die Konkurrenz ein Beispiel daran nehmen....

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Diese Kritik ist die Meinung von Michael Appel.

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