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06.10.2013

Rush – Alles fĂĽr den Sieg

Früher war Formel 1 gucken immer ein Highlight. Sessel aus dem Wohnzimmer ins Esszimmer (da stand der Fernseher) ziehen, Fläschen Bier aus dem Kühlschrank holen und dann zugucken, wie Alain Prost und Nigel Mansel sich auf der Piste beharkten. Sogar die ersten Jahre mit Michael Schumacher habe ich noch geguckt, bin dann aber irgendwann ausgestiegen, weil es einfach zu langweilig wurde. Irgendwie habe ich das Gefühl, es fahren dort hauptsächlich die Autos mit ihren elektronischen Helferlein und der Fahrer ist eher ein kleines Rädchen auf dem Weg zum Sieg.

FrĂĽher war das anders. Da hatten die Fahrer das Steuer im wahrsten Sinne des Wortes in der Hand. Aus dieser Ă„ra erzählt der Film. Exemplarisch dafĂĽr herhalten muss das Duell zwischen dem jungen Niki Lauda (Daniel BrĂĽhl), der sich heuer nur noch fĂĽr RTL auf den Rennpisten rumdrĂĽckt und mehr oder weniger interessante Kommentare abgibt, und James Hunt (richtig, Thor „Chris Hemsworth“ gibt den Rennfahrer). Das waren noch Rennfahrer!

Der extrovertierte Partyboy Hunt gibt auf der Strecke alles und ohne RĂĽcksicht auf Verluste. Völlig anders Niki Lauda, der wie eine Maschine jedes Rennen analyiert und exakt berechnend unterwegs ist. Im Ergebnis sind beide Fahrer ungefähr gleich erfolgreich und liefern sich ein ScharmĂĽtzel nach dem anderen. Sowohl auf, als auch neben der Piste. Bis der allseits bekannte Unfall Laudas die Situation grundlegend verändert …

Ich hatte den Nachwuchs mit ins Kino genommen. Eigentlich wollte der in „Turbo – kleine Schnecke, groĂźer Traum“ – darauf hatte ich aber gar keine Lust und darum musste er sich eben „richtige“ Rennen ansehen. Nach kurzer Zeit war er auch völlig gefesselt und mittendrin. Und mir ging’s nicht anders. Vor allen Dingen Daniel BrĂĽhl präsentiert einen ausgezeichneten Lauda inkl. Dialekt und Bewegung. Chris Hemsworth kann offensichtlich deutlich mehr, als mit dem Hammer auf den Boden kloppen. Auch sein James Hunt ist ĂĽberzeugend. Auch wenn ich die reale Person nie bewusst irgendwo gesehen habe.

Ebenfalls richtig ĂĽberzeugend sind die Rennszenen. Das wirkt wie live mitgeschnitten und ist richtig spannend. Da soll sich Renny Harling auf der Stelle noch mal in die Ecke stellen fĂĽr seine Gurke „Driven“ schämen. Auch Sly Stallone kann bei BrĂĽhl und Hemsworth noch Nachhilfe bekommen.

Rush ist ein solider und ernster Rennfilm mit guten Darstellern und hervorragenden Rennszenen.

Andreas am 06.10.2013 um 17:09 in Filmkritik | 0 Kommentare |

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